Übersicht >> Das Rote Palais: Die Totenwächterin
| Originaltitel: | Das Rote Palais: Die Totenwächterin |
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| Autor: | Helene Henke | ||
| Verlag: | Sieben Verlag | ||
| Seiten: | 184 S. | ||
| Genre: | Vampire Krimi | VÖ-Datum: | 23.07.2008 |
| ISBN: | 978-3-940235-22-0 | ||
| Autoren Homepage: | http://www.helene-henke.de/ | ||
| Blood-O-Meter: | noch keine Wertung | ||
| Wenn Menschen in Konflikte mit Vampiren geraten, wenden sie sich an die Detektivin Leyla Barth. Deutschland plant den Vampirismus zu legalisieren, doch es gibt Widerstände auf beiden Seiten. Die Polizei bittet Leyla um Mithilfe bei der Aufklärung mysteriöser Morde an Vampiren. Das Multiplexkino Aurodom gerät ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Es ist in fester Hand des Meistervampirs der Stadt. Er setzt den Charme eines vollendeten, fünfhundert Jahre alten Gentlemans ein, um Leyla für sich zu gewinnen. Hat er mit den Morden zu tun? Die Ermittlungen führen Leyla zu Thetania e.V., einer als Verein getarnten Sekte, die sich den Schönheits- und Jugendwahn der Menschen zunutze macht. Gelungenes Debüt über Schein, Sein und Toleranz von Daniel G."Marathoni" aus Schaephuysen: Der engl. Schriftsteller und Karikaturist William Makepeace Thackeray (1811-1863) hat einmal gesagt:"Die beiden anziehendsten Möglichkeiten eines Schriftstellers sind, Neues in einem vertrauten Licht und Vertrautes in einem neuen Licht zu zeigen." Beides trifft wunderbar auf das Debüt von Helene Henke zu, die mit dem ersten Teil "Die Totenwächterin" ihre Vampir-Trilogie "Das Rote Palais" eröffnet. Der Schauplatz des Geschehens ist nicht, wie sonst in klischeebeladenen Geschichten über die untoten Wesen, in einer besonders romantischen Gegend angesiedelt, oder spielt gar in einer von Fledermäusen beherrschten, gruselig düsteren "Burgoptik", sondern liegt mitten unter uns, im modernen Deutschland; um genauer zu sein, in Krinfelde. Die dort als Detektivin arbeitende junge Frau Leyla Barth, nimmt in dieser realitätsnahen Umgebung nur Fälle entgegen, die dem besonderen Umstand der Legalisierung von Vampirismus zugeordnet werden können. Menschen mit Problemen, die aus dem noch nicht völlig geregelten Zusammenleben zwischen Homo Sapiens und den Untoten Blutsaugern resultieren, kommen zu ihr und bitten sie um Hilfe. Einer gänzlich anderen Situation sieht sich gegenübergestellt, als plötzlich Vampirmorde begangen werden und sich ihre Wege mit dem in Krinfelde herrschenden Meistervampir im dort ansässigen und mysteriös erscheinenden Kino "Aurodom" kreuzen und ihre Ermittlungen verschiedene Gruppierungen auf den Plan rufen, denen die bevorstehende Legalisierung mal mehr und mal weniger recht ist... Das besondere an dieser Geschichte ist, dass dies nicht nur einfach ein Kampf zwischen Gut und Böse ist, sondern ausführlich auf die sozialen Aspekte dieser beiden Parallelgesellschaften eingegangen wird, was dem Roman eine signifikante und eigenständige Note verleiht. Ein Kino als Dreh- und Angelpunkt dieser fantastischen Geschichte zu benutzen, ist dabei sehr konsequent, stellt dieser Ort des Amüsements doch in der heutigen Zeit eine Flucht vor der Alltagswelt und Realität bzw. der eigenen Sorgen und Nöte dar. Dass dort die Fäden beider Lebensweisen aufeinandertreffen, ist interessant und bietet viel Raum zur Interpretation, was die Beweggründe und die Psyche der Menschen auf der einen und die der Untoten auf der anderen Seite betrifft. Es ist ein moderner Roman, was bereits der Schauplatz der Geschichte verrät und so lernen wir in dieser fiktiven Welt die verschiedensten Individuen kennen, die auf den ersten Blick teilweise völlig anders sind, als es sich später entwickelt und uns unter anderem aufzeigt, Menschen nicht nach ihrer Lebensweise vor zu verurteilen, oder sie zu meiden, nur weil sie anders sind. Schablonenhaftes Denken ist nie der richtige Weg, was im "Roten Palais" sehr schön bewiesen wird. Spannend, wendungsreich und mit sehr viel Liebe zum Detail nimmt uns Helene Henke mit auf ihre fantastische Reise in eine Welt voller Gefahren, dreckigen Orten, Scheinwelten und dem Hoffnungsschimmer der Liebe, verliert dabei aber nie den Bezug zur Realität aus den Augen, was das Ganze noch intensiver wirken lässt; etwas womit man sich identifizieren kann. Man sieht förmlich die Umgebung vor sich und bewegt sich in dieser Welt, als wäre man selbst ein Teil von ihr. Prägnant formuliert, lässt sie ihre Protagonisten und Antagonisten auftreten, aufeinanderprallen und sich entwickeln, wodurch das ganze Universum erst mit der Zeit greifbar und die Spannung stets aufrecht erhalten wird. Ein gelungenes Schriftsteller-Debüt einer jungen, ehrgeizigen Frau mit einer glänzenden Fantasie, die uns hoffentlich noch lange an dieser Teil haben lässt. Ich freue mich sehr, Leyla Barth auch noch in 2 weiteren Sequels begleiten zu dürfen! |
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